
Ein privates VPN für Freunde und Familie funktioniert, bis es über eine Handvoll Leute hinauswächst. Jedes neue Gerät bedeutete eine SSH-Sitzung, ein Shell-Skript, eine per Hand verschickte Konfigurationsdatei. Niemand wusste, wie viel Traffic wer verbraucht hatte, ein abgelaufenes Abo fiel einem ein oder eben nicht, und wenn jemand sagte "es geht nicht mehr", blieb nur, sich auf den Server einzuloggen und den Zustand des Interfaces selbst zu lesen.
Statt eines Skripts, das alles macht, ist der Dienst zweigeteilt. Auf jedem VPN-Knoten läuft ein Agent: ein kleiner HTTP-Dienst mit genau sechs Operationen, der ausschließlich innerhalb eines reinen Management-WireGuard-Tunnels lauscht — von außen existiert sein Port nicht. Separat läuft der Boss: Datenbank, Scheduler und der Telegram-Bot, mit dem die Leute tatsächlich sprechen. Der Boss initiiert jede Kommunikation, die Agenten antworten nur. Entscheidend: Der Boss liegt nicht im Datenpfad — fällt er aus, transportiert das VPN weiter Pakete, nur die Abrechnung pausiert.
Tests
183 Boss · 77 Agent
Agent-Operationen
der gesamte Vertrag
Traffic über den Boss
nur Steuerungsebene
Verwaltete Knoten
Produktiv und Labor

Er bindet nur an die Tunnel-Adresse; ein Scan des Servers findet auf seinem Port nichts — von außen geprüft. Seine sechs Operationen sind die komplette API: Peers auflisten, anlegen, aktivieren, deaktivieren, Statistik, Diagnose. Das Auth-Token wird mit einer laufzeitkonstanten Funktion verglichen statt mit einfachem Gleichheitsvergleich, denn String-Vergleiche verraten ihr Ergebnis über das Timing.
Der Boss hält die Datenbank und steuert alles, aber kein Paket läuft durch ihn. Nimmt man ihn offline, funktionieren bestehende Tunnel weiter; nur Abrechnung und Benachrichtigungen pausieren. Dasselbe Prinzip entscheidet über einen schweigenden Agenten: keine frischen Daten bedeutet, dass niemand wegen Quotenüberschreitung getrennt wird — stattdessen bekommt der Admin eine Warnung, denn auf fehlende Daten zu reagieren ist schlimmer als spät zu reagieren.
WireGuard-Zähler werden bei jedem Interface-Neustart zurückgesetzt, was sich läse, als hätte jemand plötzlich negativen Traffic verbraucht. Der Verbrauch wird deshalb gegen einen gespeicherten Basiswert kumuliert statt direkt gelesen, und ein rückwärts gelaufener Zähler wird als Neustart erkannt, nicht als Anomalie.
Archiviert // 2026
Der Dienst lief für eine kleine Gruppe echter Menschen auf zwei Knoten und wurde im September 2026 abgeschaltet: Zwei Server für eine Handvoll Freunde zu bezahlen und zu überwachen, hat sich nicht mehr gelohnt. Die Website bleibt als Demo der Landingpage online; kaufen kann man dort nichts.

Ich erkläre gern, warum der Agent hinter einem Tunnel sitzt, was passiert, wenn er verstummt, und warum die Traffic-Zähler einen Basiswert brauchten statt eines einfachen Auslesens.